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Konrad Lorenz ``Thesen der intraspezifischen Aggression``

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Biol.:
Das Lorenz heutigen wissenschaftlichen Maßstäben nicht entspricht wurde auch in einem diesjährigen "Experiment" (anläßlich seines Geburtstages) sichtbar. Man schickte Studien von ihm unter einem anderen Namen an verschiedene Fachzeitschriften, die die Publikation aber aufgrund verschiedenster Mängel ablehnten.
Dies mag also ein Einwand gegen Lorenz, nicht aber gegen die heutige Ethologie sein.
Der verantwortliche Umgang der Ethologen mit dem Tier-Mensch-Vergleich erzwingt eine sehr vorsichtige Vorgehensweise. Das beruht auf dem Problem, daß eine Homologisierung auf der Ebene von Erbkoordinationen, d.h. formkonstanten, arttypischen Bewegungsabläufen, nur selten möglich ist. Dagegen haben der Mensch und andere Primaten allgemeine Verhaltensdispositionen gemeinsam, die unter Einbeziehung von Lernprozessen zu vergleichbaren Verhaltensweisen führen können. In diesem Sinne kann auch angenommen werden, daß die Aggression des Menschen stammensgeschichtliche Wurzeln im Tierreich hat.


Human. Psy.:
Das zu tolerieren fällt nicht so schwer. Es ist kein Problem zu akzeptieren, daß der Mensch eine Ahnenreihe besitzt, die ihm eine Erbe hinterlassen hat. Nur kann daraus keine Verhaltensbestimmung bei heutigen Menschen erfolgen, da gerade die Unterschiede zu unseren tierischen Vorfahren handlungsbestimmend sind.

Kogni.:
Möglicherweise können durch Tierbeobachtungen interessante Ideen über menschliches Handeln geboren werden - so formuliert Donald O. Hebb, daß er maßgebliche Thesen zur Überwindung des Behaviorimus aus der Beobachtung von Affen gewonnen hat (siehe Spektrum der Wissenschaft 11/93). Aber hierbei muß man sich -so wie Hebb- auf den Entstehungszusammenhang einer Theorie beschränken und den Begründungszusammenhang unabhängig davon am eigentlichen Forschungsgegenstand (dem Menschen!!) aufzeigen. Diese Vorgehensweise bleibt Lorenz aber dem Leser schuldig.





4. Theoriekonsequenzen im Umgang mit Aggression:


Lorenz:
Unter extremen Bedingungen (z.B.) kann es zu unangebrachter, unverhältnismäßiger Aggression kommen. Einsicht darein hält zwar von gewaltätigen Aktionen ab, schafft aber keine Linderung. Diese ist nur durch aggressives Abreagieren an Objekten zu erlangen (redirected activity). (Sinngemäß zusammengefaßt S.61)


Kogni.:
Diese Theorie entspringt einer Art Psychohydraulik, die die Möglichkeit der Katharsis - bei der aggressive Handlungen aggressives Verhalten reduziert - pro-pagiert. Daß es die Möglichkeit gibt körperliche Energie (z.B. Affekte) umzuleiten, bzw. an Objekten der eigenen Wahl auszulassen ist unbestritten. Ob solche Aktionen aber über meine körperliche Verausgabung hinaus zum "Aggressionsabbau" beitragen ist fragwürdig. Andere (nicht ganzkörperliche) kathartische Handlungen müßten dann ebenfalls zum psychischen Aggressionsabbau beitragen. Es ist aber sogar im Gegenteil ein Ansporn-Effekt bei Versuchen diesbezüglich zu beobachten: z.B. Mallick u.McCandless (1966), oder Kahn (1966): Bei 2 Gruppen, denen nach einer erlittenen Provokation verschiedene Verarbeitungswege geboten wurde (1.Gruppe.: kathartisches Interview; 2.Gruppe: keine Intervention), zeigte die erste Gruppe dem Wiedersacher gegenüber mehr Aggression, als die 2. Gruppe.
Medienwirkung wie sie von Hicks (1965) untersucht wurden zeigen zusätzlich, daß Aggression in Filmen bei Kindern zu einem Anstieg des aggressiven Verhaltens führt.
Das Konzept der Katharsis ist somit ein fragwürdiges Konzept, und kann vor allem im Hinblick auf therapeutische Konzepte nicht mehr als angemessen betrachtet werden.
Literaturverzeichnis und Kodierung
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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