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| ISBN: 3150189136 ISBN: 3150189136 ISBN: 3150189136 ISBN: 3150189136 | ||||||||||||||||||||||||||||
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Wir empfehlen: | |||||||||||||||||||||||||||
Kogni.:
Die These der angeborenen Handlungstriebe, die
immer noch weitgehend vorherrscht und somit die fruchtbare Zusammenarbeit mit
den Sozialwissenschaftlern verbaut, wird von den Sozialbiologen
(Wilson,1975;Barash,1977) zunehmend zugunsten des Begriffes der "genetischen
Möglichkeiten" aufgegeben. Hier soll das Zusammenspiel von Erfahrung
(Umwelt) und den Mustern der genetischen Möglichkeiten (Anlage) als
zentrale Frage behandelt werden.(L11)
Im Rahmen dieser Vorgehensweise ließe sich
dann möglicherweise der Stellenwert der unterschiedlichen Focusierungen
(Umwelt vs. Anlage) erschließen.
2.Die arterhaltende Funktion der
Aggression:
- Das Gute des Bösen, und das
mögliche Böse dieser Sichtweise
Lorenz:
Die Frage nach dem Arterhaltungswert des
Kämpfens hat Darwin selbst gestellt und auch schon eine einleuchtende
Antwort dafür gegeben: Es ist für die Art, für die Zukunft, immer
von Vorteil, wenn der stärkere von zwei Rivalen das Revier oder das
umworbene Weibchen erringt. Wie so oft ist die Wahrheit von gestern zwar keine
Unwahrheit, aber doch nur ein Spezialfall von heute, und die Ökologen haben
in jüngerer Zeit eine noch viel arterhaltende Leistung der Aggression
nachgewiesen. Wenn nicht etwa die Sonder-Interessen einer sozialen Organisation
ein enges Zusammenlebenfordern, ist es aus leicht einsehbaren Gründen am
günstigen, die Einzelwesen einer Tierart möglichst
gleichmäßig über den auszunutzenden Lebensraum zu verteilen. Die
Gefahr, daß eine allzu dichte Bevölkerung einer Tierart alle
Nahrungsquellen erschöpft und Hunger leidet, während ein anderer Teil
ungenutzt bleibt, wird am einfachsten dadurch gebannt, daß die Tiere einer
Art einander abstoßen. Dies ist die wichtigste arterhaltende Leistung der
intraspezifischen Aggression.(S.37)
Kogni.:
Dieser Argumentation zufolge würde einfach
eine bessere Verteilung des Lebensraumes aggressives Verhalten vermindern. Wenn
wir jedoch wissen, daß Anonymität Aggression fördert, und
daß sogar dann noch, wenn die instrumentellen Konsequenzen der Aggression
nicht im Interesse des Betreffenden sind (Frazer 1974), dann erscheint die
lineare Gleichung: je mehr Abstand, desto weniger Aggression, als zumindest
ungenügend.
Horn (1974, S.206; aus L11) weist darüber
hinaus zurecht darauf hin, daß für jede menschliche Szene, die
ethologisch interpretiert wird, sich auch konkurierende und vor allem nicht
widerlegte sozialwissenschaftliche Deutungen und Erklärungen finden
lassen.
Lorenz:
Der verhaltenspsychologisch recht einfache
Mechanismus des territorialen Kämpfens löst in geradezu idealer Weise
die Aufgabe, gleichartige Tiere in "gerechter", das heißt für die
Gesamtheit der betreffenden Art günstiger Weise über das
verfügbare Areal zu verteilen.(S.37)
Wir dürfen annehemen, daß die
gleichmäßige Verteilung gleichartiger Tiere im Raum die wichtigste
Leistung der intraspezifischen Aggression ist. Doch ist sie keineswegs ihre
einzige ! Schon Charles Darwin hat richtig gesehen, daß die
geschlechtliche Zuchtwahl, die Auswahl der besten und stärksten Tiere zur
Fortpflanzung sehr wesentlich dadurch gefördert wird, daß
rivalisierende Tiere, vor allem Männchen, miteinander
kämpfen.(S.45)
Human. Psych:
Auf den Menschen bezogen erscheint das nicht
plausibel. Wenn z.B. Arnold Schwarzenegger Sie, Herr Lorenz, aus Ihrem Labor
mittels seiner Kraft entfernen würde, könnte man nicht von einer
günstigen Aufteilung des Areals sprechen. Er könnte dort keine
angemessene Arbeit leisten und sich inhaltlich nicht gegen einen Aufrtaggeber
durchsetzen. Hier zeigt sich, daß in menschlichen Gesellschaften
komplexere Kriterien herrschen, als in der Tierwelt.
Biol.:
Man kann bei der Lorenzschen Argumentation leicht
dem verbreiteten Irrtums anheimfallen, Darwin und mit ihm die ganze Biologie
würde das "Überleben des Stärkeren" postulieren. Schon bei der
Übersetzung des Satzes "survival of the fittest" ins Deutsche wird oft
fälschlicherweise "fit" mit "stark", anstatt mit "passend, geeignet"
übersetzt. Aber der Passendste in seiner Umwelt ist keinesfalls
nötigerweise der Stärkste.
Darüber hinaus ist unter Kampf ums Dasein
keine Erklärung für einen aktuellen Kampf sondern das statistisch
positive Nachkommensverhältnis zu verstehen.
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