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Konrad Lorenz ``Thesen der intraspezifischen Aggression``

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Themengebiete der Diskussion:

1.Ursprung und Verankerung der Aggression in der Persönlichkeit

2.Die Arterhaltende Funktion der Aggression

3.Die Theoriebildung

4. Theoriekonsequenzen im Umgang mit Aggression:


Die Diskussion



1.Ursprung und Verankerung der Aggression in der Persönlichkeit:


Lorenz:
Die (innerartliche) Aggression ist ein Instinkt wie jeder andere und unter natürlichen Bedingungen auch ebenso lebens- und arterhalten.(S.8 - die Seitenangaben ohne näheren Hinweis beziehen sich auf Konrad Lorenz, "Das sogenannte Böse")


Biol.:
Nach Tinbergen (der mit K.Lorenz zu den Gründern der Verhaltensforschung zählt) ist ein Instinkt ein "hierarchisch organisierter, nervöser Mechanismus, der bestimmte innere wie äußere Impulse mit koordinierten lebens- und arterhaltenden Bewegungen beantwortet." Instinkte sind wesentlicher Bestandteil des Fortpflanzugsverhalten (Balz, Brutpflege), des Beuteerwerbs und der Freßhandlungen. Als Instinkt in direkt nachweisbarer Form gilt beim Menschen bisher nur der Sauginstinkt.
Das Konzept ist eng verwand mit dem Triebkonstrukt, und K.Lorenz spricht auch vom Aggressionstrieb.
Auf die Triebdefinition bezogen, gibt es sehr weitläufige Begriffsbildungen. Im engeren Sinne betrachtet man beim Menschen hauptsächlich den Nahrungs-, Geschlechts- und Gefahrenschutztrieb als angeborenen Trieb. Faßt man den Begriff weitläufiger, so lassen sich auch Motivationen, Interessen oder Bedürfnisse ("Gesellungstrieb" u.ä.) darunter subsumieren. Diese Verhaltensweisen werden jedoch stark von geistigen und psychischen Impulsen beeinflußt.
Beiden Konzepten ist gemein, daß sie auf eine Endhandlung hin streben, und sich bei Nichterfüllung ihres Ziels aufstauen. Viele Tierstudien, und auch unser menschliche Alltagserfahrung scheinen zu zeigen, wie zutreffend diese Aussagen in Bezug auf die Aggression sind.


Human.Psy.:
In der Tiefenpsychologie gibt es den Szondi-Test, mittels dessen man Einblick in die Triebstruktur eines Menschen bekommen soll. Auch hier wird der Trieb als eigenständige Größe getrachtet, die in der Erbstruktur des Unbewußten schlummert, und die Kontrolle über das menschliche Schicksal ausübt. Diese Sichtweise entspringt ebenso wie die biologische, einem negativen, deterministischen Weltbild, das im Bezug auf den Menschen die persönliche Freiheit negiert.
Betrachtet man das kreative Potential und den Lebenswillen des Menschen als primäre Qualität, dann läßt sich Aggression als durch Lernen beeinflußte Reaktion auf drohende oder erlebte Frustration begreifen. Nach dieser Auffassung ist auch der "Todestrieb" ein bösartiges Phänomen, daß in dem Maße wächst und die Oberhand gewinnt, als "Eros" sich nicht entfaltet. Der Todestrieb gehört in die Psychopathologie und ist nicht - wie Freud annahm - Bestandteil der normalen Biologie (L5; S.47). Wir sind nicht instinktiv zur Aggression verdammt.

  
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