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Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Freuds analytischen, tiefenpsychologischen
Konzepte sollen aber im Verlauf des Gesprächs durch andere Teilnehmer
aufgenommen werden.
Zur Vorstellung der
Diskussionsteilnehmer:
Lorenz:
Ethologe; Geht vonvier großen Triebsysteme
aus, darunter den Aggressionstrieb. Vertritt
Katharsishypothese.
Biol.:
Argumentiert biologisch-evolutionär;
moderner Ethologe. Eingeladen um Lorenz eine aktuellere biologische
Argumentationsweise gegenüber zu stellen. Ist an keine in sich
geschlossene Theorie der menschlichen Aggression gebunden.
Human. Psych.:
Humanistisch orientierter Psychologe mit
gesellschaftskritischem Background. Bezieht sich auf Frustrations - Aggressions
- Hypothese
Kogni.:
Kognitivistisch - lerntheoretischer Psychologe
mit wissenschafts- theoretischen Ambitionen.
Vorbemerkung:
Nach Sicht der mir zur Verfügung stehenden
Literatur scheint es mir fast anachronistisch, 1993 die Thesen von Konrad Lorenz
zu diskutieren.
Lorenz Ruf in Fachkreisen beruht anscheinend auf
bestimmten Tierberobachtungen, die auch heute noch gern zitiert werden (z.B.,
Der Kumpan in der Umwelt des Vogels, 1935). Seine Thesen bezüglich
intraspezifischer menschlicher Aggression werden aber hier doch eher dem
alternden Nobelpreisträger zugeschrieben, der sich nun zu universellen
Komentaren berufen fühlt. Methodische und inhaltliche Mängel
unterstützen die Kritik - Fehler bei der Tierbeschreibung, induktive, nicht
quantifizierte Vorgehensweise (L1).
Allein die heute noch herrschenden
Mißverständnisse (siehe Diskussion) lassen darauf schließen,
daß trotz annähernden Differenzierung der unterschiedlichen
Paradigmen kein Konsens über die zentralen Hypothesen herrscht. Der Hinweis
Herbert Selgs :" In der Geschichte der Aggressionsforschung haben teils
nacheinander, teils nebeneinander drei theoretische Ansätze dominiert:
Triebtheorien, Aggressions-Frustrations-Theorie, und Lerntheorie. Sie
schließen sich nicht unbedingt wechselseitig aus, aber
kompromißlerischen Harmonisierungsbemühungen sollte man skeptisch
begegnen." (L1,S.18)
Das konsensarme nebeneineander der Theorien
scheint auch darin begründet zu sein, daß sich in den Letzten 10
Jahren der Mainstream in der Psychologie und der Ethologie dem Thema Aggression
kaum oder unter anderen Zugangsweisen genähert hat (was die Verwendung des
Begriffes Paradigma nach Kuhn geradezu provoziert). Die heutige Ethologie hat
andere Schwerpunkte und Aggression erscheint hauptsächlich in Modellen der
mathematischen Spieltheorie (z.B. Falken und Tauben Modell)
(L8,S.200).
Der Kognitivismus war bekannt für seine
Vernachläßigung der Themen Emotion (siehe Roth,1980) und Aggression
(L1: Psychological Abstracts: 1971 - 400 Veröffentlichungen zu Emotion
einschl. "Aggression"; 1975 - nur noch 200 Veröffentlichungen).
Außerdem wurden dies betreffende Hypothesen hauptsächlich in Bezug
auf die motivationalen Aspekte bei der Informationsverarbeitung
untersucht.
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